Zeit zum Frühstücken

Ein ausgewogenes Frühstück hilft Schulkindern, mit Energie in den Tag zu starten. WIRO, Stadtwerke und OSPA unterstützen seit sechs Jahren das Frühstücksprojekt „Lernen – aber satt“. Fachliche Unterstützung kommt von der Universitätsmedizin Rostock.

Kinder, die wegen Hunger und Unterzuckerung dem Unterricht nicht folgen können? Für OSPA, Stadtwerke und WIRO war die Sache von Anfang an klar: Ernährung darf kein Privileg sein. Da engagieren wir uns gemeinsam.

Knapp 30.000 Euro spenden die Unternehmen. Das ist eine große Hilfe. Aber das Rückgrat von „Lernen, aber satt“ sind die Freiwilligen in fünf Institutionen der Hansestadt – Gemeinsam für Groß und Klein e. V., die Rostocker Tafel gGmbH, Wohltat e. V., der DRK-Kreisverband und der Schulverein Wirbelwind. Sie helfen, den Tisch zu decken: mit Joghurt, frisch belegten Broten, Gemüse und Obst.

Dieses Angebot soll die Eltern nicht aus ihrer Verantwortung entlassen. Es soll nur eine Ergänzung zum eigenen Frühstücksbrot sein. Aufklärung ist das eigentliche Ziel. Die Idee: Wenn die Kinder zuhause davon erzählen, können sich Gewohnheiten ändern. Um noch mehr Gehör zu finden, haben sich OSPA, Stadtwerke und WIRO in diesem Jahr fachliche Unterstützung gesucht. Dana Schmidt, Ernährungsberaterin der Universitätsmedizin Rostock, wünscht sich mehr Bewusstsein für gesundes Essen: „Familien sollten sich Zeit fürs Frühstück nehmen. Nach der langen Nachtphase fehlen Kindern die Kohlenhydrate, die sie benötigen, um in der Schule Leistungen zu erbringen. Diese wichtigen Nährstoffe liefert das Frühstück.“

Seit Oktober verstärkt die Fachfrau das Team der Rostocker Kinderklinik. Zuvor hat sie zehn Jahre in einer Reha-Einrichtung gearbeitet. In ihrem neuen Job ist sie gefragt, wenn die Ernährung eines kleinen Patienten umgestellt werden muss, um den Krankheitsverlauf positiv zu begünstigen.


Die 36-Jährige hat sofort zugesagt, die Initiative „Lernen, aber satt!“ fachlich zu unterstützen. Sie will damit helfen, die Großen wachzurütteln. „Wenn die Kinder gut gesättigt zum Unterricht gehen, sind sie nicht so hibbelig, als wenn sie Hunger haben. Und Studien belegen auch, dass Kinder, die regelmäßig frühstücken, später seltener an Übergewicht leiden.“ Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das Frühstück ausgewogen ist. Ein ungesundes Frühstück ist genauso schlecht wie gar kein Frühstück. Und auch wenn Eltern am Frühstückstisch vor allem mit dem Handy beschäftigt sind, kann der Nachwuchs kaum ein gesundes Ess-Verhalten entwickeln.

In acht Schulen der Hansestadt ermöglichen die drei Unterstützer und die vielen ehrenamtlichen Helfer in diesem Jahr, dass mehr als 70.000 Frühstücksportionen kostenlos aufgetischt werden. OstseeSparkasse Rostock, Stadtwerke und WIRO wollen die Initiative „Lernen – aber satt“ weiterhin unterstützen – bei Bedarf auch in noch größerem Umfang. Die drei Unternehmen haben sich zum Ziel gesetzt, andere Firmen aus Rostock und freiwillige Helfer „anzustiften“, sich daran zu beteiligen und gemeinsam mit den Vereinen eine sinnvolle Unterstützung direkt vor Ort zu leisten.