Nächste Runde

Foto: Alexander Rudolph

Hildegard Tychsen lebt sich gerade ein. Am 1. November ist sie in ihre neue Wohnung gezogen. Mit Fahrstuhl vom Keller bis zum Dach, Fußbodenheizung, großem Balkon, viel Sonne dank der riesigen Fensterfronten.

Mehr kann man sich nicht wünschen – und trotzdem wurde es der 77-jährigen Markgrafenheiderin beim Gedanken an den Umzug schwer ums Herz. Seit 50 Jahren lebte sie in ihrer 3-Raum-Wohnung, in der Albin-Köbis-Straße 8 sind ihre drei Kinder groß und sie alt geworden. Die ehemaligen Kasernen in dem Quartier stehen seit 80 Jahren, ohne größere Modernisierung. Feuchte Keller und Wände waren nur zwei Probleme. Nun nimmt sich die WIRO Haus für Haus gründlich vor. Die Nummer 10 ist fertig, es folgt die 8.

Hildegard Tychsen und ihre Nachbarn müssen also umziehen  – aber die WIRO machte ihnen den Abschied so leicht wie möglich. Alle Mieter, die wollten, wohnen bald in einer schnuckeligen 2- oder 3-Raumwohnung im sanierten Block. Die Seniorin hat die Bauarbeiten seit vergangenem Frühjahr vom Küchentisch aus beobachtet: Wie erst Lkw-Ladungen Schutt abgefahren wurden und vom Haus nur noch die Hülle stand. Später kamen ein zusätzliches Geschoss und ein Anbau für neue Wohnungen dazu. Innen ist fast kein Stein auf dem anderen geblieben: Die überdimensionalen Treppenhäuser wurden eingespart, die Wohnungen sind nun über einen verglasten Laubengang zu erreichen. Dadurch bleibt doppelt so viel Platz für Wohnraum. Aus 11 Wohnungen wurden 24.

Wermutstropfen für die WIRO: Während der Bauarbeiten kamen versteckte Probleme ans Tageslicht, deren Lösung teuer war: Mauerwerk war verrottet, die Statik musste nachgebessert werden. »Das Pilotprojekt hat uns gezeigt, dass eine Komplettsanierung wirtschaftlich sehr aufwändig ist«, so Christian Urban, Technischer Geschäftsführer der WIRO. Darum hat die WIRO ihren Kurs geändert: Das nächste Haus wird neu aufgebaut. Der Bauantrag ist eingereicht.