Kleine Geste, große Wirkung

Im langen roten Fell von Mama Sunda fühlt sich das Borneo-Orang-Utan-Mädchen gut beschützt. Sieben bis acht Jahre leben Mutter und Kind zusammen, bis Surya selbstständig ist. Foto: Jens Scholz

Surya ist indisch und bedeutet: Sonne oder sonniges Gemüt. Tierpatin für das vor fünf Monaten im Rostocker Darwineum zur Welt gekommene Orang-Utan-Baby ist die WIRO. Ein Blick auf die „Denker des Dschungels":

Kulleraugen, winziges Näschen, das widerspenstige orange-rote Haupthaar zu Berge gestellt: So sieht Surya - „die Sonne" - aus. Und tatsächlich: Lugt das 2.500 Gramm zarte Borneo-Orang-Utan-Mädchen schelmisch aus der schützenden Armbeuge seiner Mutter hervor, strahlen die Gesichter der Rostocker Zoo-Besucher mit Klärchen um die Wette. 

Tierpatin für das vor fünf Monaten im Rostocker Darwineum zur Welt gekommene Primaten-Baby ist die WIRO. „Wer einmal in der Tropenhalle war, weiß, wie ein naturnaher Tiergarten heute aussehen kann. Zwischen Sumpfoasen, Wasserläufen und Kletterlandschaften fühlen sich die Orang-Utans offensichtlich wohl. Der Nachwuchs ist für den Zoo ein großartiger Erfolg, den wir finanziell unterstützen möchten", sagt Ralf Zimlich, Vorsitzender der WIRO-Geschäftsführung. Denn neben den nötigen Investitionen in die artgerechte und erlebnisnahe Entwicklung des 3.500 Quadratmeter großen Lebensraumes mit 26 Grad Durchschnittstemperatur und 60 bis 80 Prozent Luftfeuchtigkeit, brauchen die Tiere täglich drei bis vier Kilo Gemüse und Früchte sowie individuelle Pflege, die mit sehr hohen Kosten verbunden ist.

Die roten Menschenaffen sind die größten auf Bäumen lebenden Tiere der Erde
Suryas Eltern sind die 37 Jahre alte Sunda und der 33-jährige Ejde. Für Mama Sunda ist es das fünfte Kind. Das Jungtier kam nach einer Tragezeit von acht Monaten zur Welt und brachte ein Geburtsgewicht von zirka 1,5 Kilogramm auf die Waage. Später erreicht sie ein Gewicht von 40 bis 60 Kilogramm, männliche Artgenossen knacken mitunter die 100-Kilogramm-Marke. Die nächsten sieben bis acht Jahre leben Mutter und Kind nun zusammen, in denen Surya alles lernt, was sie für ein selbstständiges Leben braucht. "Sunda kümmert sich sehr liebevoll um ihr Baby, das sich prächtig entwickelt. Am liebsten versteckt sich die Kleine noch in den langen Haaren ihrer Mutter, wagt aber schon den einen oder anderen kühnen Kletterversuch", sagt Kerstin Genilke, die die „Denker des Dschungels" seit 25 Jahren mit Herz und Verstand betreut. „Orang-Utans sind intelligent und sensibel - sowohl in ihrer Lern- und Merkfähigkeit als auch im räumlichen Denken bringen sie es zu außergewöhnlichen Leistungen." In ihrem Revier kennen sie jeden Baum, können Hunderte von Pflanzen unterscheiden und wissen zum Beispiel, welches Kraut gegen Krankheiten wie Malaria oder Migräne gewachsen ist.

Fünf Borneo-Orang-Utans bewohnen die Tropenhalle im Darwineum. Das Pärchen Ejde und Sunda, die bereits seit den 80er Jahren in Rostock leben, sowie ihr Sohn Sabas und die beiden Engländerinnen Miri und Hsiao-Ning. „Ihre Gattung gehört zu den besonders geschützten Tieren, da ihr Lebensraum auf der Heimatinsel immer kleiner wird", macht Kuratorin Antje Zimmermann deutlich. Seit 25 Jahren gebe es deshalb ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm, an dem sich auch der Zoo Rostock beteiligt. „Surya ist unser erstes Orang-Utan-Baby seit zehn Jahren und das dritte vom Paar Sunda und Ejde." Ihre Geburt ist ein kleiner, aber wichtiger Meilenstein auf dem Weg, die seltenen Menschenaffen vor dem Aussterben zu bewahren.

Aktiver Beitrag zum Natur- und Artenschutz
Mit ihren Tierpatenschaften für Braunbär Bodo und die Galapagos-Riesenschildkröten Esmeralda, Isabela, Elvida, Estrella und Espanola leistet die WIRO schon seit mehr als zehn Jahren einen aktiven Beitrag zum Natur- und Artenschutz.