Grüne Seele

Grafik: Architekturbüro Albert Wimmer

Das neue Jahr fängt gut an. Am 10. Januar fällt der Startschuss für ein Neubauprojekt, auf das viele Rostocker gespannt warten: Die WIRO baut an der Thierfelderstraße 174 Wohnungen. Gleich neben dem Barnstorfer Wald entsteht auf 2,4 Hektar ein Quartier im Grünen.

Grüne Dächer, Erdwärme, Häuser mit fünf Ecken – das neue Viertel an der Thierfelderstraße wird alles andere als gewöhnlich. WIRO-Projektleiterin Kerstin Matlawski freut sich, dass es nach der Erschließung, nach Ausschreibungen und Auftragsvergabe endlich zur Sache geht. »Ein vergleichbares Projekt gibt es hier nicht, das wird Rostock bereichern.«

Der frische Wind kommt aus Wien, vom Architekturbüro Albert Wimmer. Die österreichischen Generalplaner haben die beiden Riegel und fünf Polygonhäuser mit insgesamt 174 Wohnungen entworfen. Es wird ein Quartier mit grüner Seele, mit Spielplätzen und Aufenthaltsbereichen. Die Häuser stehen erhöht auf Schollen, begrünte Dächer und Fassaden reflektieren den benachbarten Barnstorfer Wald. Nicht alle Mieter haben freie Sicht auf den Rostocker Stadtwald, aber ein Freiluftzimmer – als Balkon oder Loggia – hat jede Wohnung. »Mit der fünfeckigen Grundstruktur nutzen wir die Himmelsrichtungen optimal aus.«

Nachhaltigkeit ist ein großes Thema. Geheizt wird mit Erdwärme, der Strom für die Wärmepumpen stammt maßgeblich aus Sonnenenergie. Das Regenwasser wird in Zisternen aufgefangen und für die Bewässerung der Grünanlagen verwendet.

Bis die Mieter einziehen, vergehen noch etliche Monate. Im Sommer 2023 sollen die Wohnungen im Riegel neben der Tierklinik bezugsfertig sein, bis Ende 2024 das komplette erste Quartier. Ein zweiter Bauabschnitt folgt. Jetzt geht es erstmal unter die Erde. Sobald die Baustelle eingerichtet und umzäunt ist, werden rund 100.000 Tonnen Erde für Tiefgaragen und Keller ausgehoben. Schwere Maschinen bohren im Anschluss 82 Sonden 100 Meter tief in die Erde, die langen Rohre versorgen die Wohnungen später mit Erdwärme. Die Sole vom Fundament soll im April gegossen werden, dann geht es Stück für Stück himmelwärts. Bis Ende nächsten Jahres soll der Rohbau fürs erste Riegelhaus stehen.