Das Fünfgiebelhaus – eine besondere Adresse

Zeichnung: Prof. Peter Baumbach

Ein Zaun an der Ecke Uniplatz/Breite Straße verrät: Hier wird gebaut. Bevor es losgeht, muss der Umbau der Gewerberäume geplant werden. Vom Anfang an mit am Tisch: Rostocks Denkmalpfleger. Wenn die Baugenehmigung vorliegt und die Ausschreibungen gelaufen sind, haben die Bauleute vor allem im Inneren viel zu tun – wohl bis Ende 2022.

 

Rückblick: Der heutige Universitätsplatz war einst der Marktplatz der Neustadt, einer der drei Siedlungen, die vor gut 800 Jahren zu Rostocker zusammengewachsen sind. Er trug über die Jahrhunderte verschiedene Namen: Hopfenmarkt, Lateinische Markt, Blücherplatz, Stalinplatz, Universitätsplatz. Und „Uni-Platz“ trifft den Nagel auf den Kopf. Denn wo das heutige Hauptgebäude der Universität Rostock steht, war schon die Alte Universität zuhause, das Weiße Kolleg.
Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Rostocker Innenstadt zerstört, auch die prachtvollen Giebelhäuser an der Nordseite des Platzes. Baracken prägten dann jahrelang das Bild. Anfang der 1980er Jahre sollte bis an den Platz heran das Centrum-Warenhaus erweitert werden. Aber es kommt anders: Ein Team um den Rostocker Architekten Prof. Dr. Peter Baumbach entwickelt ein Ensemble, dass die hanseatische Giebelarchitektur aufgreift. Kaum zu glauben: Es ist – bis auf das aus Beton gegossene Erdgeschoss – ein Plattenbau mit unterschiedlich gestalteten Klinkerverkleidungen. Los geht’s 1985. Schon ein Jahr später ziehen die Mieter ein – in Wohnungen und Läden, Café und Restaurant.
Nach 1990 werden Teile des Gebäudes umgebaut. Was sich nicht ändert: Die Ecke Uni-Platz/Breite Straße bleibt eine kulinarische Adresse. Und das ändert sich auch nicht mit dem Auszug der Gewerbemieter im vergangenen Herbst. Denn Rostocker Gastronomen haben sich zusammengetan und wollen für Einheimische und Gäste ein neuartiges Konzept umsetzen.