Nachbar auf vier Pfoten

Braune Kulleraugen, rotblondes Fell, drollige Schlappohren – Murphy ist ein Herzensbrecher. Foto: Alexander Rudolph

Braune Kulleraugen, rotblondes Fell, drollige Schlappohren – Murphy ist ein Herzensbrecher. Und so wohlerzogen, dass andere Hundeeltern neidisch werden. Erst vor einem halben Jahr haben Barbara und Klaus Schmidt den Dackel-Cockerspaniel-Mischling zu sich geholt, von einem Verein, der Hunde in Not aus Spanien vermittelt.

Dabei wollten die WIRO-Mieter aus Evershagen eigentlich keinen neuen Hund, nachdem sie sich im vergangenen Frühjahr von ihrer alten Beagle-Dame verabschieden mussten. „Aber ein Leben ohne Hund - das ging nicht“, erklärt Klaus Schmidt. Der Senior und seine Frau haben es genau durchdacht und sich gefragt: Sind wir noch rüstig genug? Können wir uns einen Hund leisten? Und nicht zuletzt: Welche Rasse kommt überhaupt in Frage?

Mit 13 Kilo passt Murphy gut in die Wohnung. „Wir haben ihn langsam und mit viel Geduld an sein neues Zuhause gewöhnt.“ An die Wohnung, die Nachbarn, den Mühlenteich. Und auch daran, mal wenige Stunden allein zu bleiben, wenn Herrchen und Frauchen unterwegs sind. Murphy ist freundlich zu jedem, er springt keine Fremden an und zofft nicht mit anderen Hunden. „Uns ist wichtig, dass unser Hund niemanden belästigt.“ Er bellt nicht mal, wenn der Postbote vor der Tür steht.

Ihr Erziehungsgeheimnis: Liebe, Konsequenz – und viel Auslauf. Der dreijährige Rüde braucht eine Menge Bewegung. Wenn die Eheleute andere Hundebesitzer beobachten, blutet ihnen manchmal das Herz. „Sie drehen morgens und abends je eine kleine Runde um den Block, das war`s. Und dann wundern sie sich, wenn der Hund nicht ausgelastet ist und Unsinn macht.“ Klaus Schmidt und Murphy unternehmen vier ausgedehnte Spaziergänge jeden Tag, drei Stunden insgesamt.

Tiere in der Wohnung
Für viele Mieter gehören Hund, Katze oder Hamster zur Familie – darum dürfen sie in den meisten Fällen auch bei der WIRO wohnen. Katzen und Kleintiere brauchen nicht angemeldet werden. Nur wer einen Hund halten möchte, muss beim Vermieter einen Antrag stellen, unter anderem mit einem Steckbrief des Hundes. Wenn nichts dagegen spricht, dürfen die Hunde einziehen. Nicht erlaubt ist beispielsweise ein sehr großer Hund in einer  kleinen Wohnung, schon aus Tierschutzgründen. Auch für „Listenhunde“ (Kampfhunde) erteilt die WIRO keine Genehmigung.