Grüne Quartiere

Am besten gedeihen Blumen in Komposterde. Foto: Alexander Rudolph

Moderne Wohnungen und sanierte Häuser sind nur die halbe Miete: So richtig wohl fühlen wir uns erst, wenn es ringsum im Quartier grünt und blüht. Zur WIRO gehören Tausende Wohnungen und fast zwei Millionen Quadratmeter Grün. Mit Innenhöfen, Vorgärten, Parkanlagen ist es wie mit Häusern: Sie werden liebevoll gepflegt und manchmal sogar saniert.

Tychsenstraße, Ecke Nobelstraße. Der graue Wohnblock ist in die Jahre gekommen – genau wie die Hecken und Büsche im Vorgarten. Beides saniert die WIRO in diesem Sommer. Erst die Fassade, danach übernimmt Susan Rätzel, die Garten- und Landschaftsplanerin der WIRO. Die alten Pflanzen kommen raus, dafür will sie einen modernen Stadtvorgarten anlegen. Mit Gräsern und blühenden Stauden, pflegeleicht, schlicht und trotzdem ein Blickfang.

Seit einem Jahr ist die 42-Jährige für das WIRO-Grün zuständig. Alle Innenhöfe, Vorgärten, Grünanlagen sind zusammengerechnet größer als der Barnstorfer Wald: 170 Hektar. Um die kümmert sich Susan Rätzel natürlich nicht allein. »Die alltägliche Pflege übernehmen Gartenfachfirmen, mit denen ich eng zusammenarbeite.« Die Fachfrau plant neue Grünflächen und ist gefragt, wenn Pflanzen kränkeln oder stören. Sie unterstützt die KundenCenter, denkt immer an das Wohl der Mieter – und nimmt ihre ökologische Verantwortung ernst. Da steht sie manchmal zwischen den Stühlen. »Eine gute Lösung zu finden, wenn Ansprüche und Meinungen auseinander gehen, ist eine Herausforderung.«

Bäume sind so ein Thema. Zur WIRO gehören rund 25.000 Exemplare. Wenn Pappeln, Eichen oder Kastanien nicht gesund sind, können sie Menschen gefährden. »Alle zwei Jahre begutachten wir jeden Baum, um zu sehen, ob er noch verkehrssicher steht.« Wenn nicht, gibt es kein Vertun, dann muss er gefällt werden. Aber manchmal wollen Mieter einen Baum auch nur loswerden, weil er zu viel Tageslicht vorm Fenster wegnimmt. »Wir wägen sorgfältig ab und fällen keinen Baum leichtfertig.« Ist er kerngesund und stört die anderen Bewohner im Haus nicht, müssen die Mieter mit seinem Schatten leben.

Besondere Freude bereitet es Susan Rätzel, wenn sie auf ihren Quartiersrundgängen Balkone und grüne Ecken erspäht, auf denen es besonders bunt blüht. »Manche WIRO-Mieter kümmern sich persönlich um ihren Vorgarten. Da steckt viel Herzblut drin und das sieht man.« Die dreifache Mutter hat selbst einen Garten und war schon als Studentin begeisterte Balkongärtnerin. »Das war meine grüne Oase, die ich mir schön bepflanzt habe.« Ihr Favorit für jeden Sonnenbalkon: Kräuter – die duften nach Urlaub, verfeinern Essen und sehen das ganze Jahr gut aus. »Und sie nützen bei vielen Wehwehchen.« Thymian ist ein erprobtes Hustenmittel, Salbei hilft gegen Halsschmerzen.

 

Tipps von der Gartenfachfrau

Blumenerde: Am besten gedeihen Blumen in Komposterde. Obacht: In der gekauften ist meist auch Torf enthalten. Achten Sie darauf, dass der Anteil so klein wie möglich ist. Torf enthält weniger Nährstoffe. Vor allem im Sinne der Umwelt sollten wir auf Torf verzichten, denn sein Abbau zerstört die Moorlandschaften.

Düngen: Blumenerde müssen wir regelmäßig düngen. Natürlichen Dünger gibt’s sogar umsonst: Kaffeesatz enthält Kalium, Stickstoff und Phosphor. Das Wasser vom Eier- oder Kartoffelkochen ist eine gute Mineralienkur. Auch kleingeschnittene Bananenschalen haben eine düngende Wirkung.

Richtig einpflanzen: Nehmen Sie die Blumen aus dem Pflanztopf und schneiden die Wurzeln etwas an, bevor Sie sie in die frische Erde setzen. Das kurbelt dasWachstum an. Gut wässern!