Zu schön, um wahr zu sein

René Wigger, Leiter vom KundenCenter Stadtmitte. Foto: Jens Scholz

61 Quadratmeter in der Langen Straße, mit Balkon, voll möbliert, Aufzug und Stellplatz – für 370 Euro warm. Diese verlockende Wohnungsannonce stand neulich in einem großen Internet-Portal.

Leider alles nur Beschmu: Die Wohnung existiert nicht, das Angebot ist eine fiese Betrugsmasche. Wer den angeblichen Vermietern auf den Leim geht, verliert viel Geld und steht am Ende ohne Wohnung da. Worauf Wohnungssuchende achten müssen, weiß René Wigger, Leiter vom KundenCenter Stadtmitte.

Haben Sie gleich erkannt, dass das Wohnungsinserat faul war?

„Für die beschriebene Wohnung wäre eine Miete von etwa 440 Euro marktüblich – kalt, versteht sich. Warum sollte jemand etwas verschenken? Wenn eine Wohnung weit unter dem Marktpreis angeboten wird, stimmt etwas nicht. Im jüngsten Fall war die angebliche Wohnung sogar noch schick möbliert, die Fotos sahen aus wie aus dem Designerkatalog. Auf die Anfrage beim Anbieter kam prompt eine E-Mail aus England, in schlechtem Deutsch. Die angebliche Vermieterin gab sich als Ärztin aus, sie habe die Wohnung geerbt und könne sie aus Zeitmangel nicht nutzen.“

Wann kam der Haken?

„Wer die Wohnung mieten wollte, sollte erstmal 740 Euro Kaution überweisen, bevor er den Schlüssel per Post bekommt. Der kommt natürlich nie – und das Geld ist weg. So weit ist es zum Glück nicht gekommen. Wir haben die suspekte Anzeige beim Wohnungsportal gemeldet und sie wurde gelöscht. Aber die Betrüger werden es immer wieder versuchen, mit ähnlichen Maschen.“

Woran erkennen Wohnungssuchende unseriöse Angebote? Und wie läuft eine Vermietung bei der WIRO ab?

„Wenn die E-Mail-Adresse aus dem Ausland kommt und keine Telefonnummer angegeben ist, sollten alle Alarmglocken schrillen. Interessenten sollten auch immer auf eine persönliche Besichtigung bestehen. Wohnungsangebote der WIRO erkennt man gleich am Logo. Darunter stehen eine Rostocker Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Mit ihrem persönlichen Ansprechpartner vereinbaren Interessenten einen Besichtigungstermin. Erst zur Wohnungsübergabe sind Kaution und die erste Miete fällig. Alles andere ist unseriös.“