Tag der erneuerbaren Energien

Bevor das InselQuartier auf der Holzhalbinsel gen Himmel wachsen kann, ging es erst einmal nach unten - 130 Meter tief. 80 Erdwärmesonden wurden in die Erde gebohrt. Foto: Jens Scholz

Beim Wohnen kann man heute viel lernen. Heizen mit Eis, Energie aus der Erde oder Solarstrom vom Dach: Die Technologien für erneuerbare Energien entwickeln sich immer weiter – und die WIRO bleibt am Ball. Am 30. April stellt das Wohnungsunternehmen drei Projekte vor, mit dem es seine Klimabilanz verbessert und seine Mieter vor hohen Energiekosten schützen will.

Heizen mit Eis
… macht erst einmal stutzig: Ist das nicht etwas zu kalt zum Heizen? Nein. Die Idee einer Eisspeicherheizung ist natürlich nicht, zukünftig Eis in die Heizkörper zu pumpen. Das Geheimnis der Eisspeicherheizung ist der Aspekt der Kristallisationswärme. Hierbei greift ein einfaches physikalisches Gesetz: Ändert ein Stoff seinen Aggregatzustand von flüssig nach fest, wird Energie entzogen. Und zwar in derselben Menge, die auch benötigt wird, um den Stoff wieder flüssig werden zu lassen.

39 Wohnungen und eine Tierarztpraxis im Fritz-Meyer-Scharffenberg-Weg 11 und 12 beheizt die WIRO seit rund 1,5 Jahren mit dieser innovativen Technologie. Die zentralen Komponenten für dieses System sind der Eisspeicher, zwei Wärmepumpen und mehrere Luft-Solar-Absorber auf den Flachdächern der Wohnanlage. Dafür wurde im Außenbereich der neu gebauten Häuser ein Betonspeicher in der Erde versenkt. In seinem Inneren schlängeln sich 12 Kilometer lange Rohre für den Energieeintrag und –entzug, gefüllt mit einem speziellen Frostschutzmittel. Im Speicher selbst befindet sich gewöhnliches Leitungswasser.
Ort: Fritz-Meyer-Scharffenberg-Weg 11 / 12, Besichtigungszeit: 10 bis 12 Uhr, Ansprechpartner: York Wollenberg

Erdwärme: Energie vor Ort
Bevor das InselQuartier auf der Rostocker Holzhalbinsel schon bald gen Himmel wachsen kann, ging es erst einmal nach unten – 130 Meter tief. Die WIRO plant, die entstehenden 180 Wohnungen ab Frühjahr 2018 mit Geothermie in Verbindung mit einer Wärmepumpe zu beheizen. 80 Erdwärmesonden wurden dafür in die Erde gebohrt. 69 Tonnen CO2-Emission können so jährlich eingespart, 545 MWh nutzbare Wärmemenge produziert werden. Um Brauchwasser bereitzustellen, wird Fernwärme genutzt. Die Gesamtkosten für die Anlage belaufen sich auf zirka 865.000 Euro. Gefördert wird das Projekt mit gut einer viertel Million Euro aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE).
Ort: Gaffelschonerweg 9, Besichtigungszeit: 10 bis 14 Uhr, Ansprechpartner: Frank Bruschke-Marsiletti

 

Umweltfreundlich und rentabel Wenn die neuen 60 Wohnungen im Warnemünder Dünenquartier Ende 2017 bezogen werden, sollen sie zum Großteil ebenfalls mit Geothermie beheizt werden. Denn Erdwärme ist nicht nur landschaftsschonend, kohlendioxidarm und nach menschlichem Ermessen unerschöpflich. Sie stellt ihre Energie darüber hinaus zuverlässig, grundlastfähig und zu stabilen Preisen zur Verfügung. Es fallen nur die Stromkosten für die Wärmepumpe an. 24 Erdwärmesonden wurden hier in vertikal angeordnete »Bohrlöcher« in den Untergrund eingebaut. Davon ist nicht mehr viel zu sehen – der Rohbau wächst inzwischen in die Höhe. Ort: Parkstraße 46 g, Besichtigungszeit: 10 bis 12 Uhr, Ansprechpartner: Hannes Wilcke


Mehr zum Tag der erneuerbaren Energien in MV und zu allen Standorten gibt es unter www.energietag-mv.de.