Kleine Energiewende für WIRO-Haushalte

Aktuelle WIRO-Baustelle: Erneuerung einer Heizungsanlage im Rostocker Komponistenviertel. Foto: Alexander Rudolph

Grünes Licht für Energie-Tochter: Die WIRO Wohnen in Rostock hat eine neue Gesellschaft gegründet. Ab 1. Januar 2017 betreibt die „WIR Wärme in Rostocker Wohnanlagen GmbH“ alle gasbetriebenen, zentralen Heizungsanlagen des Wohnungsunternehmens.

Frischer Wind in der Wärmeerzeugung und -versorgung von bald mehr als 10.000 Rostockern: Ab 1. Januar 2017 betreibt die neue WIRO-Tochter „WIR Wärme in Rostocker Wohnanlagen GmbH“ alle zentralen Heizungsanlagen des kommunalen Wohnungsunternehmens, die ausschließlich Gas als Brennstoff nutzen. Dazu Ralf Zimlich, Vorsitzender der WIRO-Geschäftsführung: „Klar ist: Die Energiepreise werden langfristig steigen. Unser Ziel ist es, die Heizkosten zu stabilisieren. Das ist die Voraussetzung für bezahlbare Gesamtmieten.“ Darum will die Energietochter WIR nicht nur gute und günstigere Konditionen mit Gaslieferanten aushandeln, sondern auch in neue alternative Heiz-Systeme investieren, erklärt Geschäftsführer Ingolf Wenzel: „Technologien wie Solarthermie, Blockheizkraftwerke und Erdwärmeanlagen senken ebenfalls die Kosten und den CO2-Ausstoß. Das Thema Energie ist sehr komplex. Darum ist es die richtige Entscheidung, unsere Kompetenzen in der WIR zu bündeln.“

Die Geschäftsgrundlage der WIR ist ein Wärmeliefervertrag mit der WIRO. Der regelt: Die Energietochter versorgt die Häuser mit Wärme und Warmwasser, rechnet beim Wohnungsunternehmen ab. Für die Mieter bleibt alles beim Alten. Sie bekommen wie gewohnt ihre Betriebskostenabrechnung von der WIRO und leisten ihre monatlichen Vorauszahlungen. Der Ansprechpartner bleibt der Wohnungsverwalter.

Hintergrund der Tochtergründung: Der größte Vermieter Rostocks muss in mehr als 6.500 Wohnungen die Wärmetechnik erneuern. Die Gasanlagen sind in die Jahre gekommen und zum Teil zwanzig Jahre alt. Ein Millionenvorhaben: Ralf Zimlich schätzt die Investitionskosten auf rund 19,5 Millionen Euro. Kontroversen allerdings gab es um die Frage der Wärmeversorgung mit den städtischen Stadtwerken, die mögliche Gewinnverluste monierten. Der Kompromiss: Beide städtische Unternehmen sind seitens ihres Gesellschafters, der Hansestadt Rostock, dazu aufgerufen, ein Beteiligungskonzept für die Stadtwerke zu erarbeiten – um gemeinsame Angebote für Kunden zu entwickeln: maßgeschneidert, preiswert und ressourcenschonend.

Das WIRO-Tochterunternehmen "WIR Wärme in Rostocker Wohnanlagen GmbH" wurde am 21. September gegründet – nachdem der WIRO-Aufsichtsrat, die Rostocker Bürgerschaft und das Ministerium für Inneres und Sport Mecklenburg-Vorpommern zugestimmt hatten. Mit etwa 270 eigenen Heizanlagen versorgt die WIRO seit jeher mehr als 3.250 Haushalte ihres Wohnungsbestands mit Wärme. In den kommenden Jahren sollen diese Heizanlagen sukzessive durch die neue Unternehmenstochter modernisiert und mit klimafreundlicher Technik ergänzt werden. Später ist angedacht, dass die WIR auch die bestehenden Gasetagenheizungen umbaut. Außerdem übernimmt die Gesellschaft die Energieversorgung der WIRO-Neubauprojekte. Der überwiegende Teil des WIRO-Bestandes wird unverändert über Fernwärme versorgt.