Lernen – aber satt

Sechs Rostocker Vereine tun Gutes und erhalten dafür finanzielle Unterstützung von Stadtwerken, OSPA und WIRO. In der Mitte die Geschäftsführer Oliver Brünnich, Frank Berg und Ralf Zimlich (v.l.n.r.). Foto: Jens Scholz
Frühstücksausgabe durch eine Ehrenamtlerin vom Wohltat e. V. in der Grundschule Dierkow. Foto: Jens Scholz.

WIRO, Stadtwerke und OSPA machen Rostocker Schüler fit für den Unterricht. Mit insgesamt 30.000 Euro fördern die drei großen Unternehmen über 80.000 Frühstücksportionen im Jahr.

WIRO, Stadtwerke und OSPA machen Rostocker Schüler fit für den Unterricht. Mit insgesamt 30.000 Euro fördern die drei großen Unternehmen über 80.000 Frühstücksportionen im Jahr.

Das Frühstück ist für Kinder besonders wichtig. Brot, Müsli, Milch und Obst liefern die notwendige Energie für den Start in den anspruchsvollen Schulalltag, in dem sie mit Freude lernen und sich zu gesunden und wissbegierigen Menschen entwickeln. Doch viele Mädchen und Jungen kommen täglich ohne ein Frühstück zur Schule.

Die OstseeSparkasse Rostock (OSPA), die WIRO Wohnen in Rostock und die Stadtwerke Rostock Aktiengesellschaft (SWRAG) treten nun gemeinsam mit der Initiative „Lernen - aber satt" für ein gesundes Schülerfrühstück ein. Sechs wohltätige Vereine, die Schülerinnen und Schüler täglich mit morgendlichen Menüs versorgen, erhalten ab sofort finanzielle Unterstützung. Mit insgesamt 30.000 Euro fördern die drei großen Unternehmen über 80.000 Mahlzeiten im Jahr. Umgerechnet sind das 25 Cent pro Portion plus fixe 1.500 Euro pro Verein, die neben dem Lebensmitteleinkauf auch die Verwaltungskosten abdecken sollen.

Frank Berg, Vorstandsvorsitzender der OSPA: "Es ist erschütternd, dass in der heutigen Zeit viele Kinder mit knurrendem Magen in die Schule gehen müssen. Wie die Jüngsten unserer Gesellschaft heranwachsen, entscheidet sich dort, wo sie wohnen, lernen oder spielen. Insofern nehmen Eltern und Schulen hier wichtige SchIüsselpositionen ein, die wir aus ihrer Verantwortung nicht entlassen, aber partnerschaftlich begleiten wollen. Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, ein solch wichtiges Projekt anzuschieben und die zuständigen Vereine und Institutionen mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen, Stärken und Potenzialen an einen Tisch zu bringen." Gemeinsam wurde nach Antworten auf die Frage gesucht, wie jeden Monat das Essen bezahlt werden kann - die Suche nach Sponsoren ist mühsam. Mit ihrer finanziellen Beteiligung unterstützen die drei Rostocker Unternehmen nun die Arbeit vor Ort: Jeden Morgen stehen die zumeist Ehrenamtlichen in der Schulküche, sie belegen Brote, richten Äpfel und Gurken an, alles kostenlos. Dafür haben sie jetzt mehr Zeit und Energie.

Mangelernährung kann, muss aber keine Frage der elterlichen Herkunft oder des Einkommens sein. Während in einigen Familien schlicht die Mittel fehlen, werden auch Kinder besser gestellter Familien im Alltag manchmal allein gelassen. Die Initiative „Lernen - aber satt" wende sich deshalb an alle, die Hilfe brauchen und Hilfe annehmen wollen, sagt Ralf Zimlich, Vorsitzender der WIRO-Geschäftsführung.

Laut Kinderhilfswerk UNICEF lebt in Mecklenburg-Vorpommern zurzeit mehr als ein Viertel aller Kinder in Armut. „Das dürfen wir nicht ignorieren. Als kommunale Wohnungsgesellschaft sehen wir uns in der Pflicht, das Zusammenleben der Menschen in ihren Nachbarschaften mit integrativen Maßnahmen positiv zu unterstützen. Das bedeutet für uns, Zeichen zu setzen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Dazu zählt auch, Schulen und Vereine zu stärken, die jungen Menschen soziale Kompetenz, persönliche Entwicklung und gute Ausbildung vermitteln. Mit einem ausgewogenen Frühstück geben wir benachteiligten Schülern die Chance, ihre Bildungsziele zu erreichen."

Verantwortung für die Hansestadt zu übernehmen, sei für die Stadtwerke Rostock Tagesgeschäft, erklärt Oliver Brünnich, Mitglied des Vorstands.  „Soziales Engagement ist für keinen von uns eine leere Floskel, sondern in den Firmen-Leitbildern verankert. Es gilt der Satz: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Was man so allgemein als Synergieeffekte bezeichnet, lässt sich ebenso gut auf unsere Initiative „Lernen - aber satt" anwenden: Unseren Unternehmen geht es nur gut, wenn es unseren Kunden heute und morgen gut geht."